22. Februar 2015 Klaus Reuschel-Schwitalla - Leichlingen

1. Professionelle Koordination und Betreuung der hier in Leichlingen wohnenden, wie auch zukünftig eintreffenden Asylbewerber 2. Willkommens-Treffen der Stadt für Asylbewerber

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

 

in Leichlingen sind zurzeit 123 Asylbewerber in den Gemeinschaftsunterkünften an der Friedensstrasse und in Bennert untergebracht. Diese neuen Mitbewohner warten zum Teil seit 2 Jahren und länger auf ihre Asylentscheidung und leben völlig isoliert in unserer Stadt. Ihre einzigen Kontakte zu den übrigen Bürgern dieser Stadt, bestehen ausschließlich im Aufsuchen der Ausländerbehörden und des Städtischen Sozialamts.

Ihre Betreuung hat zur Zeit Frau Romana Arendes vom Jugendmigrationsdienst, teils Ehrenamtlich, teils auf 400 EURO Basis mit 5 Stunden Wöchentlich übernommen.

Dieses ist jedoch von der sehr engagierten Frau kaum bis gar nicht zu bewältigen.

Nach den übereinstimmenden Aussagen der Bewohner der Gemeinschaftsunterkünfte waren die Vertreter der Partei „Die Linke“ die ersten und einzigen Bürger der Stadt,  die sich intensiv nach ihrer Situation und ihren Problemen erkundigt haben.

Hilfe wurde auch von vielen Bürgerinnen und Bürger angeboten, die jedoch bis heute kaum koordiniert werden konnte.

Probleme gibt es genug, dies ist uns nach unserem Besuch deutlich geworden. Die Wohn- und Lebensbedingungen in den Unterkünften sind menschenunwürdig und unhaltbar. Überfüllte und mit Kakerlaken verseuchte, überfüllte Zimmer. Völlig heruntergekommene Sanitäreinrichtungen, kaum Deutschunterricht, für die aus afrikanischen und asiatischen Staaten kommenden Menschen, die oft genug eine Flucht-Odyssee ohnegleichen hinter sich haben. Völlig allein auf sich gestellt, mit Menschen unterschiedlichster Nationalität, Sprachen und Kulturen. Ständig von der Angst verfolgt wieder abgeschoben zu werden. Das ist die tägliche Lebenssituation der Flüchtlinge in Leichlingen, die sicher schon ein Trauma hinter  sich haben. Lassen wir es nicht zu einem zweiten Trauma für die Menschen hier in Leichlingen kommen.

 

Es bedarf dringend einer Änderung dieser unhaltbaren Zustände.

 

  1. Die Partei „ Die Linke“ beantragt als erste Maßnahme die Einstellung einer Sozialarbeiterin/eines Sozialarbeiters ganztags,  zwecks professioneller Unterstützung, Koordination und Betreuung sowie als Anlaufstelle der Asylsuchenden in dieser Stadt.
  2. Durchführung einer Willkommensveranstaltung mit allen Asylbewerbern. Eingeladen werden die Mitglieder des Stadtrates und der Verwaltung, sowie interessierte Bürger und Vertreter der Kirchen, Sozialverbände und Vereine.

Die Veranstaltung soll dem gegenseitigen Kennenlernen und dem Abbau von möglichen Vorbehalten und Schranken dienen. Die Asylbewerber sollten dort ihre Situation in einer freundlichen und offenen Atmosphäre darstellen können und erhalten Gelegenheit die für sie politisch Verantwortlichen und interessierte Mitbürger kennenzulernen. Solche Veranstaltungen sind in anderen Städten(Solingen) erfolgreich durchgeführt worden und haben dazu beigetragen Ängste und Vorbehalte auf beiden Seiten abzubauen.

 

Nach zum Teil mehrjähriger Anwesenheit der Flüchtlinge/Asylbewerber hier in dieser Stadt, wird es höchste Zeit für eine erste Willkommensgeste.