12. August 2014 Konrad Wolfram - Burscheid

Fahrtkostenberechnung Ev. Realschule und Gesamtschule Burscheid

Nachdem die Frage des Schulweges über die sogenannte Balkantrasse endlich geklärt wurde, kommt bereits der nächste Schock für die betroffenen Eltern. Hierbei geht es um die Fahrtkosten pro Schüler die sich zwischen 400,- Euro (z.B. Burscheid-Hilgen) und 550,- Euro (z.B. Leverkusen oder Dabringhausen) belaufen sollen. Dies kann bei manchen Eltern aber auch Alleinerziehern ein gewaltiges Loch in der oft nicht übermäßig gefüllten Haushaltskasse reißen.

Zwar ist auch eine viermal jährliche Teilzahlung möglich, die jedoch eine weitere Preissteigerung beinhaltet. Bei den Fahrtkosten von 400,- Euro fallen so nochmals 40,- Euro und bei 550,- Euro dann 50,- Euro an. Der Eigenanteil bei den bereits teilweise erstatteten Kosten beläuft sich bei 400,- Euro dann bei 250,- Euro und bei 550,- Euro bei 400,- Euro. Auch hierbei ist bei einer viermaligen Teilzahlung eine Steigerung der Kosten enthalten (bei 250,- Euro eine Steigerung auf 280,- Euro und bei 400,- Euro eine Steigerung auf 440,- Euro pro Jahr).

Auch bei der Zeitfrage der zu entrichtenden Zahlungen wird den Eltern bzw. Alleinerziehenden ein recht enges Korsett aufgezwungen. So sollen die Zahlungen von Mittwoch den 13. 08. 2014 bis 22. 08. 2014 direkt bei der Firma Latzel getätigt werden, wobei hier auch sogleich der Vermerk "Zahlbar in bar" nicht fehlt.

Die Frage ist hier generell zu stellen ob diese Vorgehensweise des Schulträgers sozial bedacht wurde und ob man sich die Mühe gemacht hat, mögliche Alternativen, die auch günstiger sein können bzw. eine Aufwertung des Fahrausweises bedeuten können, in die Überlegungen einbezogen hat. Natürlich legt die Firma Latzel ihre Preisvorstellungen zu Grunde und das mag auch ihr gutes Recht sein. Doch was die soziale Komponente betrifft, so ist hier dem Evangelischen Schulträger der Ball zuzuspielen. Denn es obliegt hier eben dem Schulträger in seiner Eigenschaft als Auftragsgeber, möglichst alle Möglichkeiten zu prüfen und die für alle Beteiligten beste Lösung umzusetzen. Dieses scheint jedoch nicht erfolgt zu sein, was erneut zu einem berechtigten Unmut bei vielen Eltern bzw. Alleinerziehenden führt.

Die Frage ist z.B. zu stellen, ob der Schulträger die Nutzung eines Schülertickets (ganzer VRS Bereich) als Möglichkeit geprüft hat, dass nach unserem jetzigen Kenntnisstand kostengünstiger wäre und zudem wohl auch nicht nur begrenzt zu nutzen ist, als nur zur Hin- und Rückfahrt zur Schule (Nutzung rund um die Uhr im gesamten VRS-Netz (und angrenzenden Gemeinden des AVV), also eine Aufwertung gegenüber den Fahrausweisen der Firma Latzel beinhaltet. Hier hätte also nach unserer Auffassung als Partei DIE LINKE eine Angebotsprüfung stattfinden müssen, um ein für alle Beteiligten zumutbare und sozial gerechte Lösung zu finden.

 Eine Aussage dahingehend, dass man die Fahraufträge möglichst bevorzugt an kommunal verankerte Unternehmen vergeben möchte, ist zwar lobenswert, geht aber hier an den mit einzubeziehenden sozialen Gesichtspunkten bezüglich der betroffenen Eltern gänzlich vorbei.

Aus diesem Grunde läd DIE LINKE in Burscheid betroffenen Eltern am 15. 08. 2014 um 18:00 Uhr in die Gaststätte Sportklause ein, um gemeinsam hier einen Meinungsaustausch zu starten und geschlossen aktiv zu werden.